



Das Magazin des Bundesverbandes Deutscher Bestatter e.V. schreibt über uns:
Seit über 50 Jahren im Geschäft - Pollmann
Vom repräsentativen 1-2 Sarg-Bestattungswagen bis zum eher nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten ausgelegten 8-Sarg-Transporter baut die Firma Pollmann Service-Center GmbH (PSC) alle Varianten von Bestattungswagen. Die PSC gibt es seit Juli 2007, das ehemalige Stammhaus - die Norddeutsche Karosseriefabrik Conrad Pollmann GmbH - hatte ihren Ursprung bereits 1926.
Bis in die 50er Jahre hinein wurden zunächst Kleinbusse und Verkaufs-Fahrzeuge gefertigt, dann kamen die Bestattungsfahrzeuge hinzu. Anfang der 60er begann man nebenbei mit der Produktion von Grundwasserabsenkungspumpen und der Karosserie-Reparatur-Sektor wurde ausgebaut. 1973 erfolgte der Neubau der heutigen Betriebsstätte in Bremen Mahndorf. Dort waren in Spitzenzeiten bis zu 140 Arbeitnehmer beschätfigt und es wurden über 200 Bestattungsfahrzeuge im Jahr hergestellt. Ende 2006 wurde das Unternehmen von Herrn Konrad Pollmann an eine Investorengruppe verkauft, da sich kein Nachfolger fand. Im Sommer 2007 spaltete sich daraus das heutige Pollmann Service-Center mit der Reparatursparte und der Herstellung von Sonderfahrzeugen, beispielsweise für die Feuerwehr ab.
Das ehemalige Stammhaus, die Karosseriefabrik Pollmann, scheiterte im Sommer 2008 aufgrund zu lange andauernder Investorengespräche an einer nicht mehr rechtzeitig zu überbrückenden Finanzschwäche, so dass die Insolvenz nicht mehr abzuwenden war.
Mitarbeiter aus dem Stammhaus
Das heutige PSC hat daraufhin aus der Insolvenzmasse des ehemaligen Stammhauses Werkzeuge, Formen, Patente und Rechte sowie das gesamte E-Teile-Lager erworben und sein Portfolio um die Sparte "Herstellung von Bestattungswagen" erweitert. Das nötige Know-how dafür war durch die enge Zusammenarbeit mit dem Stammhaus vorhanden. Ein Teil der erfahrenen Mitarbeiter aus dem ehemaligen Stammhaus fand beim PSC eine neue Beschäftigung. Auch von deren Erfahrungsschatz wird nun profitiert.
Rund 25 Mitarbeiter fertigen die Autos auf PKW und auf Transporterbasis: vom Mercedes VF-212-Fahrgestell über den Vito und den VW T5 bis hin zum Ford Transit. Außerdem vertreibt Pollmann Bestattungswagen auf Basis des Volvo V70 und wird in Kürze mit einem neuen Fahrzeug auf den Markt kommen.
Kunden aus ganz Europa
Rund zwei Drittel der Kunden stammen aus Deutschland. Pollmann produziert aber auch für den dänischen, skandinavischen, östereischischen und schweizerischen Markt. Geschäftsführer Robert Räther beurteilt die aktuelle Marktlage so: "Die Zahl der deutschen Anbieter hat sich in den letzten 20 Jahren fast verdreifacht. Nur noch wenige können wie wir einen Bestattungswagen auf Limousinen-Basis von A-Z und ohne fremde Hilfe im eigenen Haus fertigen. Viele unserer Wettbewerber lassen fertigen, zum Teil im Ausland und leben vom Handel mit diesen Fahrzeugen." Deswegen setze Pollmann auf Qualität Made in Germany. Das ist nicht zum Billigtarif zu machen, wird sich aber auf Dauer durchsetzen. Stillstand sei Rückschritt, meint Räther und plant neue Entwicklungen. Vor allem im Bereich der Be- und Entladetechnik von Särgen werden wir uns weitere Arbeitserleichterungen für Bestatter einfallen lassen.
Artikel 02/2011 Bestattungskultur, Eva Schmidt